Ruth Weiss setzte sich zeit ihres Lebens für Frieden und Menschenrechte ein. Die in Fürth geborene jüdische Journalistin, Schriftstellerin und Menschenrechtlerin, die erst kürzlich im Alter von 101 Jahren verstarb, floh mit ihrer Familie 1936 vor den Nazis nach Südafrika. Dort wurde sie mit der Ungerechtigkeit des Apartheidregimes konfrontiert, gegen das sie beharrlich kämpfte.
Ihre Erfahrung, dass Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit keine Grenzen kennen und es eine menschliche Pflicht sei, dieses Unrecht zu bekämpfen, bekundete sie auch in Vorträgen an Schulen, so z.B. auch am Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen, wo sie seit 2002 rund 10 Jahre lebte. Ihr Appell an die Menschlichkeit erscheint in Zeiten einer von Krisen und Menschenrechtsverletzungen geschüttelten Welt leider aktuell wie nie.
Der Grundkurs Kunst der Q1, der sich im Unterricht mit dem Leben von Ruth Weiss auseinander gesetzt hat, würdigte ihre Verdienste durch das Erstellen eines großformatigen Graffitos. Unter der Leitung von Kunstlehrerin Claudia Alfers schufen die Schüler*innen mittels Stenciltechnik unter großem zeitlichen Aufwand ein Bild, welches Ruth Weiss‘ Konterfei zeigt, begleitet von ihrem eindringlichen Appell an uns alle: BE HUMAN.
Das Werk wird auf dem Ruth-Weiss-Platz in Lüdinghausen seinen festen Platz finden, der noch auf seine Fertigstellung wartet. Dieser Platz wird als offenes Klassenzimmer, das zum Austausch und zur Diskussion einlädt, konzipiert. So war es schon zu Lebzeiten der Menschenrechtlerin vorgesehen, die selbst den Wunsch äußerte, “[sie könne sich] einmal dazugesellen zu den jungen Diskutierenden auf diesem Platz”. Ein Wunsch, der ihr versagt bleibt, ihre Stimme für Menschlichkeit, Frieden und Freiheit aber hallt nach: BE HUMAN!
(AL)








