Am 20. April begann für die Klassen 5d, 6a und 6d am Cani ein ganz besonderes Abenteuer: Gemeinsam mit ihrer Biologielehrerin Nadine Walde wagten insgesamt 87 Schülerinnen und Schüler das Experiment 43 Hühnereier mit einer Brutmaschine im Unterrichtsraum auszubrüten. Was zunächst wie ein spannender Unterrichtsinhalt klang, entwickelte sich schnell zu einem echten Herzensprojekt – voller Staunen, Aufregung und unvergesslicher Momente.
Zweimal täglich übernahmen die Kinder die wichtige Aufgabe, die Eier vorsichtig zu wenden und das Wasser in einer Schale im Brutkasten aufzufüllen, womit die natürliche Luftfeuchtigkeit unter der Henne nachgeahmt wurde. Dabei wuchsen nicht nur Verantwortungsgefühl und Neugier, sondern auch die Spannung: was passiert im Inneren der Eier? Wann würde sich das erste Lebenszeichen zeigen?
Am 7. Tag wurde es richtig aufregend – mit Hilfe einer Schierlampe durchleuchteten die Kinder die Eier im abgedunkelten Klassenzimmer. In einigen Eiern war deutlich zu sehen, dass sich bereits Leben entwickelte, andere waren zu dunkel, um das feine Aderwerk des beginnenden Lebens erkennen zu können. Von diesem Moment an war die Begeisterung kaum noch zu bremsen.
Ein weiterer besonderer Moment kam am 18. Tag, als die Eier in lauwarmes Wasser gelegt wurden. Plötzlich begannen viele Eier sich zu bewegen – ein faszinierendes Schauspiel, das für die Kinder beinahe magisch war. Danach wurden die verbleibenden 36 Eier in einen rundum verglasten Schaubrüter gelegt, damit das Schlüpfen noch besser beobachtet werden konnte.
Da der erwartete Schlupftermin auf das Wochenende fiel, installierte Frau Walde eine Live-Übertragung. So konnten alle das große Ereignis auch von zu Hause aus mitverfolgen. Am Sonntagmorgen war es dann so weit: Das erste Küken kämpfte sich aus dem Ei! Als die Kinder am Montagmorgen in die Schule kamen, warteten bereits 9 tapsende und piepsende Küken. Bis Dienstagmorgen stieg ihre Zahl auf 17 an, die, nachdem sie vollständig getrocknet waren, in ein größeres Gehege umzogen und weiterhin via Live-Stream beobachtet werden konnten.
Nach drei aufregenden Tagen in der Schule, in denen auch andere Biologieklassen die Tiere beobachten durften, zogen die flauschigen kleinen Gäste zu ihrer Lehrerin nach Hause um. Dort wurden sie mit Hilfe einer Wärmeplatte für einige weitere Wochen liebevoll aufgezogen. Die Klassen ließen die Küken aber nicht einfach ziehen: teilweise besuchten sie „ihre“ Küken, streichelten, beobachteten, fütterten sie und verbrachten wertvolle, fröhliche Zeit mit ihnen. Das Fazit ihrer Beobachtungen lässt sich in etwa so zusammenfassen: Ein 1-2 Tage altes Küken schläft viel, hat Flaumfedern, große Füße und passt problemlos in eine Kinderhand. Nach etwa zwei Wochen sind die Küken im Außengehege bereits viel aktiver, haben an den Schwingen und am Körper Federn, scharfe Krallen an den Füßen, flattern und fliegen sogar schon ein bisschen und man muss sie mit zwei Händen aufheben.
Am Ende des Projektes werden alle 17 Küken ein liebevolles neues Zuhause bei Schülerinnen und Schülern der drei beteiligten Klassen finden und so in ein Leben mit vielen glücklichen Kinderherzen starten.
Was als biologisches Schulprojekt begann, wurde zu einer Erfahrung, die viele Kinder wohl nie vergessen werden. Sie lernten nicht nur etwas über die Entwicklung vom Ei zum Huhn und artgerechte Tierhaltung – sie übernahmen Verantwortung, unterstützten sich gegenseitig und erlebten das Wunder des Lebens hautnah. Ganz nebenbei wuchsen auch die Klassengemeinschaften an diesem Erlebnis enger zusammen.
Ein besonderer Dank gilt Maria Hellmann, ohne deren großartige Unterstützung dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre. Sie brachte nicht nur viele wichtige Materialien wie den Brutschrank, die Wassertränke, die Schierlampe und den Futtertrog mit, sondern bereicherte das Projekt durch ihre langjährige Erfahrung in der Geflügelaufzucht. Mit viel Geduld beantwortete Sie die zahlreichen Fragen der Kinder und stand dem Projekt mit Rat und Tat zur Seite. Ein weiterer Dank gilt Mechtild Wannigmann für die Leihgabe des Schaubrüters, der die perfekte Rundumsicht auf das künstliche Gelege ermöglichte.
Für die Klassen 5d, 6a und 6d war es mehr als nur Unterricht – es war ein Projekt, das Herzen berührt und Spuren hinterlässt!
(WA)
















