Nasses Augustwetter hält keine Schulfamilie auf. Trotz immer wieder einsetzender Regenschauer füllte sich der Schulhof des Canisianum beim Ehemaligentreffen rasch. Wo sonst der Pausengong den Rhythmus angibt, prägten an diesem Nachmittag Regenschirme, Kapuzen und dicht zusammengerückte Gruppen unter den Vordächern das Bild. Bei Bratwurst und kühlem Bier, serviert von der angehenden Q2 zur Aufbesserung ihrer Abikasse, nutzten zahlreiche Generationen die Gelegenheit zum Austausch.
Schulleitung, Schulträger und die schuleigenen Vereine hatten zum Wiedersehen eingeladen. Neben ehemaligen Schülerinnen und Schülern sowie langjährigen wie aktuellen Lehrkräften waren auch ganze Familien vertreten, deren Kinder heute dieselben Flure nutzen wie einst die Eltern.
Verbindung über Jahre hinweg
Schulleiterin Inken Fries-Janner zog vor Ort eine positive Bilanz der Veranstaltung. Für sie sei es ungemein schön, Schülerinnen und Schüler wiederzusehen, die man vielleicht über viele Jahre hinweg intensiv begleitet habe. Man bleibe so weiterhin ein Stück weit Teil ihres Lebens und umgekehrt behielten auch die Ehemaligen immer ihren festen Platz an der Schule. Trotz der oft vielen Jahre, die seit dem Abitur vergangen seien, bleibe stets eine vertraute Verbindung spürbar.
Blick auf die bauliche und digitale Entwicklung
Wie stark sich die Infrastruktur verändert hat, zeigte sich bei vier begleiteten Rundgängen durch das Gebäude. Gruppen von jeweils 20 bis 30 Personen besichtigten unter anderem die modernisierten Biologie-Fachräume, den Cani-Club für die Übermittagsbetreuung, die 2020 erbaute Sporthalle und die historischen Klassenräume.
Ein wesentlicher Orientierungspunkt der Führungen war die komplett überarbeitete Pausenhalle mit Mensa. Dieser Bereich wurde zu Schuljahresbeginn neu gestaltet, um zeitgemäße Sitz- und Treffmöglichkeiten zu schaffen. Die Finanzierung trugen Schulträger, Stiftung, Förderverein, der neu gegründete Ehemaligenverein, die Schülerschaft über einen Sponsorenlauf sowie alle weiteren Mitglieder der Schulfamilie über ein Crowdfunding-Projekt gemeinsam.
Michael Bohnenkamp vom Ehemaligenverein äußerte sich begeistert von der Resonanz und der Entwicklung des Canisianum. Er betonte, wie schön es sei zu beobachten, wie sich die Schule verändere und wie die verschiedenen Jahrgangsstufen hier zusammenkommen. An allen Ecken und Enden merke man, dass das Canisianum lebe. Der Ehemaligenverein bringe sich aus diesem Grund gerne auch finanziell ein, etwa bei der Neugestaltung des Pausenhofs, da vor Ort sehr viel bewegt werde. Ob moderne Technik, digitale Whiteboards oder neue pädagogische Konzepte: Die Schule gehe einfach mit der Zeit und zeige sich absolut aktuell.
Pädagogischer Schwerpunkt im Fokus
Im Rahmen der Rundgänge gaben Kurt Stoffel, Vorsitzender des Gymnasialvereins St. Canisius, und Inken Fries-Janner in den Klassenräumen Einblicke in die inhaltliche Ausrichtung. Kurt Stoffel hob hervor, dass man, wenn man einmal am Canisianum gewesen sei, ein Leben lang Canisianer/in bleibe. Während sich für die jüngeren Jahrgänge äußerlich vielleicht noch gar nicht so viel verändert hatte, blickten ältere Semester erstaunt auf die baulichen Wandlungen der letzten Jahre. Stoffel betonte jedoch auch, dass eine Schule vor allem vom stetigen Engagement der Menschen lebe, die sich für sie einsetzen, weshalb er die Anwesenden dazu einlud, dem Ehemaligenverein beizutreten.
Fries-Janner ordnete die baulichen Schritte in das Gesamtschulkonzept ein. Sie ergänzte, dass all die baulichen und digitalen Modernisierungen nur den äußeren Rahmen bildeten für das, was im Inneren zähle. Viel wichtiger sei schließlich das, was in der Schule inhaltlich passiere. Der Fokus der Schulentwicklung liege heute darauf, unabhängig vom jeweiligen Abschluss starke, gebildete und demokratische Menschen ins Leben zu entlassen. Mit dem entwickelten Leitbild wolle man die Jugendlichen fit machen für eine komplexe Welt. Sie sollten nicht nur in der digitalen Welt bestens zurechtkommen, sondern auch ganz lebenspraktische Herausforderungen meistern können, wie etwa ganz bodenständig zu wissen, wie man später einen Mietvertrag unterschreibt.
Bis spät in den Abend wurde auf dem Schulhof noch lange weiter diskutiert und angestoßen. Das Treffen zeigte eindrücklich, wie das Canisianum den Spagat zwischen gelebter Schulgeschichte und zielgerichteter Modernisierung meistert.
Text: Lisa Dinges (Q2), Fotos: Mia Bohnenkamp







